23. März 2016

Behauptungen

Behauptung: Der Modellflug gefährdet die zivile Luftfahrt
Zwischen Januar 2015 und Februar 2016 wurden der deutschen Flugsicherung 12 Zwischenfälle gemeldet, die allesamt von “Drohnen” verursacht wurden. Diese Zwischenfälle stellten durchweg schwere Gesetzesverletzungen nach derzeit gültigem Recht dar. Die Einführung einer maximalen Flughöhe von 100 oder 150 Metern hätte diese Zwischenfälle nicht verhindert und würde dies auch in Zukunft nicht tun.

Behauptung: Der Modellflug gefährdet Persönlichkeitsrechte/Modellflugzeuge sind eine Gefahr für sensible Gebäude wie Umspannwerke und Atomkraftwerke/Multikopter gefährden die Privatsphäre, da man mit ihnen Personen unbemerkt fotografieren und filmen kann.
Die Persönlichkeitsrechte sind durch gesetzliche Regelungen bereits ausreichend geschützt. Davon abgesehen ist das bloße Erstellen von Fotos oder Videos auch mit Smartphones oder Tablet-PCs möglich, die demnach ebenfalls die Persönlichkeitsrechte gefährden müssten. Die geplante 100-Meter-Flughöhenbegrenzung würde darüber hinaus keinen Schutz der Persönlichkeitsrechte darstellen, da beisipelsweise Film- und Fotoaufnahmen auch in niedrigeren Höhen angefertigt werden können.

Behauptung: 100 Meter Flughöhe sind genug, um mit einem Flugmodell zu fliegen.
Zwar sind 100 Meter Flughöhe für viele kleinere Modelle oder Multikopter in der Regel ausreichend, um zu fliegen. Jedoch gibt es zahlreiche Modellklassen, für die die 100-Meter-Grenze das Aus bedeuten würden. Modellfallschirmspringer oder Segelflugmodelle beispielsweise müssen auf deutlich mehr Höhe geschleppt werden, damit ein sicheres Fliegen überhaupt möglich ist.

Behauptung: Die Begrenzung des Modellflugs auf 100 Meter Höhe ist aus Sicherheitsaspekten sinnvoll.
Eine Flughöhenbegrenzung auf 100 Meter würde keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, da der kontrollierte Luftraum vielerorts erst deutlich höher beginnt und das Absturzrisiko für Modellflugzeuge über 100 Meter Höhe nicht steigt. Im Gegenteil: fliegen große Modelle höher, haben die Piloten mehr Raum und Zeit, um beispielsweise auf unvorhergesehene Dinge zu reagieren.

Behauptung: Der Multikopter-Boom erfordert neue gesetzliche Bestimmungen.
Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen regeln bereits eindeutig, was beim Betrieb von Multikoptern zu beachten ist und wie er zu erfolgen hat. Neue Bestimmungen sind überflüssig. Außerdem: bei den vom Verkehrsministerium immer wieder genannten 100.000 Drohnen, die pro Jahr angeblich in Deutschland verkauft würden, wird der größte Teil im Spielzeugbereich angesiedelt sein. Diese Modelle sind sehr klein und haben gar nicht genügend Reichweite, um eine Gefahr für die Luftfahrt darstellen zu können.

Behauptung: Seit dem Aufkommen der Multikopter, sind vermehrt Unfälle mit diesen Modellen zu verzeichnen.
Die Unfallstatistik zeigt diesbezüglich keine signifikanten Veränderungen. Eine Zunahme von Unfällen ist nicht zu verzeichnen.

Behauptung: Modellflugzeuge sind für terroristische/illegale Zwecke/Straftaten nutzbar.
Die Traglast von weit verbreiteten Modellen ist so gering, dass der Einsatz solcher Geräte für Straftaten kaum attraktiv ist. Wer etwas Illegales tun möchte, findet auch ohne Modellflugzeuge eine Möglichkeit. Abgesehen davon würde eine 100-Meter-Höhenbegrenzung ohnehin nichts ändern, da auch Straftaten in geringeren Höhen stattfinden und sich Straftäter sowieso nicht an Gesetze halten.

Behauptung: Modellflug hat außerhalb des Hobbybereichs keine Relevanz.
Durch das Bauen und Fliegen von Modellflugzeugen erlernen schon Kinder und Jugendliche den Umgang mit verschiedensten Materialien, lernen eigenverantwortlich Projekte zu organisieren und schulen ihr technisches Verständnis. Für viele Ingenieure und andere Fachkräfte bietet der Modellflugsport daher eine ideale Grundlage für ein Studium oder eine Ausbildung. Außerdem hängen etwa 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von diesem Hobby ab.

Behauptung: Eine Kennzeichnungspflicht für Modellflugzeuge würde alle Probleme beseitigen.
Es besteht bereits eine Kennzeichnungspflicht für Flugmodelle über 5 Kilogramm Abfluggewicht. Es wäre aber durchaus vorstellbar und auch wünschenswert, dass die Kennzeichnungspflicht bereits früher einsetzt.

Behauptung: Der Luftraum ist stark frequentiert, hier muss eine Regelung her.
Der Luftverkehr ist weltweit bereits entsprechend der Frequentierung geregelt. Unter anderem bestehen genaue Vorgaben, in welchen Gebieten nicht geflogen werden darf und welche Flughöhen eingehalten werden müssen.

Behauptung: In den Medien liest man immer wieder von Unfällen mit Modellflugzeugen.
In den Massen-Medien wird der Modellflug derzeit häufig falsch dargestellt und damit zum Problem gemacht. Da es sich um ein Trendthema handelt, werden oftmals Einzelfälle unverhältnismäßig hevorgehoben und dramatisiert. Eine Zunahme von Unfällen, die durch oder mit Modellflugzeugen verursacht wurden, ist nicht zu verzeichnen.