10. März 2017

Luftverkehrsordnung

Am 7.4.2017 ist die neue Luftverkehrsordnung in Kraft getreten. Damit gelten ab sofort einige neue Regeln für Modellflug-Piloten. Es gibt aber auch Übergangsfristen. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Benötige ich für den Modellfug jetzt eine Genehmigung?

Nein, Modellflug bleibt grundsätzlich genehmigungsfrei. Allerdings gilt wie schon vor der Änderung der Luftverkehrsordnung, dass in bestimmten Fällen eine Aufstiegserlaubnis vorliegen muss. Zum Beispiel wenn das Modell mehr als 2 Kilogramm Abfluggewicht (früher 5 Kilogramm) hat, mit Verbrennungsmotor in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von Wohngebieten betrieben wird oder für Flugmodelle aller Art auf oder in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen.“

Darf ich weiterhin über 100 Meter fliegen?

Prinzipiell ja, sofern es die örtliche Umgebung zulässt und es sich nicht um einen Multicopter handelt. Allerdings muss man sich als Pilot von einem Flugmodellsportverein oder einem beauftragtem Verband (wie dem DMFV) in die Regeln einweisen lassen und darüber eine individuelle Bescheinigung („Kenntnisnachweis“) erlangen. Erst dann darf man wie bisher über 100 Meter hoch fliegen. Für den Kennntnisnachweis gilt eine Übergangsfrist bis 1.10.2017. Bis dahin sollen Verbände wie der DMFV ein Verfahren mit den Behörden abgestimmt haben und den Kenntnisnachweis ausstellen können.

Darf ich auf einem Modellflugplatzt mit entsprechender Aufstiegserlaubnis über 100 Meter hoch fliegen?

Auf einem zugelassenen Modellflugplatz mit Aufstiegserlaubnis (AE) ist kein Kenntnisnachweis erforderlich. Auch Multicopter dürfen hier über 100 Meter fliegen, sofern sie – wie alle anderen Modelle – in Sichtweite des Piloten betrieben werden.

An welche Vereine kann ich mich wenden, um mir eine Einweisung geben zu lassen?

Rechtzeitig vor dem 1.10.2017 (Übergansfrist), wird der DMFV Infos darüber geben, wie und wo der Kenntnisnachweis erworben werden kann.

Kann ich mir den Kenntnisnachweis bereits jetzt holen?

Nein, das ist noch nicht möglich.

Muss ich für die Einweisung Mitglied in einem Verein sein?

Nein, das ist nicht nötig. Die beauftragten Verbände, zu denen der DMFV gehört, können allen Modellflugsportlern eine Bescheinigung ausstellen.

Gibt es weitere Voraussetzungen, um den Kenntnisnachweis zu bekommen?

Der Kenntnisnachweis kann erst ab einem Alter von 14 Jahren ausgestellt werden. Kindern und Jugendlichen ist es aber möglich, auf einem Modellflugplatz mit Aufstiegserlaubnis über 100 Meter zu fliegen. Außerhalb solch eines Geländes können Kinder unter 14 Jahren höher als 100 Meter fliegen, wenn eine Aufsichtsperson dabei ist, die über einen entsprechenden Kenntnisnachweis verfügt.

Ich war über Jahre Mitglied in einem Modellflugverein, bin jetzt jedoch ausgetreten. Muss auch trotz jahrelanger Flugerfahrung eine Einweisung erfolgen?

Ja, wenn man außerhalb von Modellflugplätzen mit AE über 100 Meter hoch fliegen möchte oder die Modelle in diesem Fall (außerhalb von Modellflugplatz mit Aufstiegserlaubnis) schwerer als 2 kg sind. Das gilt nicht nur für ehemalige, sondern auch für aktuelle Vereinsmitglieder.

Kostet die Einweisung etwas?

Die Gebührenordnung sieht vor, dass für den Kenntnisnachweis 25,- Euro berechnet werden müssen. Der DMFV und andere Verbände haben leider keinen Einfluss auf diese Kosten.

Ist das Einweisungsprozedere aufwändig?

Konkrete Vorgaben für den Kenntnisnachweis gibt es noch nicht. Der DMFV wird das Prozedere jedoch so unbürokratisch wie möglich gestalten, da er das Verfahren gemeinsam mit anderen Verbänden und Abstimmung mit den Behörden entwickeln wird.

Gilt die Einweisung nur für den Ort, an dem sie stattgefunden hat oder überall?

Die Einweisung gilt generell, also nicht nur für einen Ort. Aber natürlich muss man sich über die jeweils örtlichen Gegebenheiten informieren.

Was bedeutet, dass man nicht außerhalb der Sichtweite des Steuerers fliegen darf?

Der Betrieb erfolgt außerhalb der Sichtweite des Steuerers, wenn das Modell ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr zu sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig zu erkennen ist.

Darf ich mit Videobrille oder anderen optischen Hilfsmitteln fliegen?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Um zum Beispiel mit einer Videobrille zu fliegen, darf das Modell nicht mehr als 250 Gramm wiegen. Ist es schwerer, muss eine zweite Person das Flugmodell ständig in Sichtweite haben, den Luftraum beobachten und den Piloten auf Gefahren hinweisen können. In beiden Fällen gilt, dass die Modelle nicht höher als 30 Meter fliegen dürfen.

Wenn ich beispielsweise mit einer Videobrille höher als 30 Meter fliegen will, ist das dann gar nicht mehr möglich?

Doch, das geht wie vorher auch mittels Lehrer-Schüler-Betrieb.

Darf ich mit meiner Drohne/meinem Multikopter in meinem Garten fliegen?

Ja, das ist weiterhin möglich, sofern es die örtlichen Gegebenheiten zulassen und die geltenden Gesetze in puncto Datenschutz eingehalten und die Persönlichkeitsrechte Dritter gewahrt werden. In Wohngebieten gilt zudem, dass man auch das Einverständnis der Grundstückseigentümer benötigt über deren Grundstücke geflogen wird. Ein Flug über den Garten des Nachbarn ist folglich nur mit seinem Einverständnis möglich.

Muss ich mein Flugmodell jetzt kennzeichnen?

Ja. Ab 250 Gramm Abfluggewicht müssen alle Flugmodelle an sichtbarer Stelle den Namen und die Anschrift des Eigentümers in dauerhafter und feuerfester Beschriftung führen.

Weitere Informationen zur neuen Luftverkehrsordnung gibt es auf der Website des DMFV und beim BMVI