14. April 2016

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Bilder



Egal ob im sportlichen Wettkampf oder am Wochenende auf dem Modellflugplatz: Der Modellflug verbindet, bringt Menschen zusammen und hilft, soziale Grenzen zu überwinden. (Bild: Pro Modellflug)



Mit großen Segelflugmodellen entspannt in der Thermik kreisen. Solche Bilder gehören der Vergangenheit an, wenn die Pläne von Verkehrsminister Dobrindt umgesetzt werden. (Bild: Pro Modellflug)



Auf Flugtagen begeistern spektakuläre Vorführungen wie diese tausende Besucher. Nach einer Novellierung der Luftverkehrsordnung nach Dobrindt’scher Vorgabe sind Bilder wie diese Geschichte. (Bild: Pro Modellflug)



Fachsimpelei unter Modellfliegern. Neben dem reinen Fliegen macht auch die Auseinandersetzung mit Aerodynamik, Spitzentechnik und modernen Werkstoffen einen Großteil der Faszination Modellflug aus. (Bild: Pro Modellflug)



Mit moderner Kameratechnik ausgestattete Multikopter werden hierzulande immer beliebter. Sorgen in puncto Datenschutz und Persönlichkeitsrechte sind dabei unbegründet, denn diese sind bereits ausreichend gesetzlich geregelt. (Bild: Pro Modellflug)



Deutsche Modell-Jet-Piloten sind international führend, fahren regelmäßig Podestplatzierungen bei Weltmeisterschaften ein. Eine Flughöhenbegrenzung von 100 Metern wären das Ende für diese eindrucksvolle Modellflug-Sparte (Bild: Pro Modellflug)



„Unser Hobby hat wieder eine Zukunft”

Drohnenverordnung: Modellflieger begrüßen Entscheidung des Bundesrats

Lange wurde gekämpft und fast schien alles verloren. Doch nach der heutigen Sitzung des Bundesrats herrscht erste Erleichterung unter den Modellfliegern in Deutschland. Denn die Länderkammer stimmte der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgelegten „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” nur vorbehaltlich substantieller Änderungen zu. Damit ist die geplante Maßgabe, dass für den Modellflug außerhalb von speziell zugelassenen Modellflugplätzen oberhalb von 100 Meter nicht nur der neu in der Luftverkehrsordnung verankerte Kenntnisnachweis sondern zusätzlich eine individuelle Aufstiegserlaubnis erforderlich sein solle, vom Tisch.

„Unser Hobby hat wieder eine Zukunft”, erklärt Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV) die Bedeutung der Entscheidung im Bundesrat. Die Länderkammer folgte dabei einem Änderungsantrag des Bundesrats-Verkehrsausschusses. Dieser sieht im Kern vor, zu einem mit den Interessenverbänden im Herbst 2016 erzielten Kompromiss zur Novellierung der Luftverkehrsordnung zurückzukehren, der auf Drängen des Verteidigungsministeriums einseitig aufgekündigt worden war. Der Ball wurde damit zur Bundesregierung zurückgespielt. Diese muss jetzt entscheiden, ob man die Verordnung mit den Auflagen der Länderkammer umsetzt oder komplett stoppt. Der Vermittlungsausschuss kann nicht angerufen werden.

„Wir begrüßen die heutige Entscheidung des Bundesrats ausdrücklich”, freut sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl, „da auf diese Weise weiterhin eine sinnvolle Balance zwischen den Sicherheitsinteressen der Bundesregierung sowie den Belangen von hunderttausenden unbescholtenen Modellfliegern herrschen kann.” Und auch wenn derzeit die Freude über die Ereignisse in Berlin dominiert blickt man in der Modellflugszene bereits aufmerksam gen Europa. „Auch wenn wir in Deutschland einen wichtigen Erfolg verbuchen können müssen wir weiterhin unermüdlich auf europäischer Ebene alles daran setzen, die Interessen der Modellflieger zu verteidigen”, gibt Hans Schwägerl die weitere Richtung vor.




„Es liegt im Interesse der Länder, die Verordnung in der vorgelegten Form zu stoppen”

Bundesrat entscheidet über Drohnenverordnung – Modellflieger hoffen auf Länderkammer

Morgen blickt Modellflug-Deutschland nach Berlin. Denn wenn sich der Bundesrat zu seiner 954. Sitzung trifft, werden sich die Vertreter der Länder auf Punkt 79 der Tagesordnung mit der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgelegten „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” beschäftigen. Was für Unbeteiligte nach trockenem Verwaltungsalltag klingt, ist hoch umstritten. Und hätte in der vom Kabinett bereits gebilligten Form gravierende Auswirkung. Für den Modellflug in Deutschland – und für die Bundesländer.

Bereits vor zwei Wochen war die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” Thema in der Länderkammer. Im Verkehrsausschuss des Bundesrats debattierten die zuständigen Fachpolitiker über die neue Luftverkehrsordnung. Vor allem die vom Verordnungsgeber geforderte Ausnahmeerlaubnis, um außerhalb von Modellfluggeländen mit spezieller Aufstiegserlaubnis künftig weiterhin mit Flugmodellen in Sport und Freizeit höher als 100 Meter fliegen zu dürfen, wurde dabei deutlich kritisiert. Denn diese wäre sowohl für die zuständigen Behörden als auch hunderttausende Modellflieger in Deutschland gleichbedeutend mit einem ausufernden, völlig unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand.

„Wie die Landesluftfahrtbehörden mehrere 10.000 zusätzliche Anträge in angemessener Zeit bearbeiten sollten, ist aus unserer Sicht völlig ungeklärt”, so Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV). „Hier will der Bund stillschweigend Kosten und Aufwand in enormer Höhe auf die Länder abwälzen.” Auf Antrag Nordrhein-Westfalens wurde daher vom Bundesrats-Verkehrsausschuss mit deutlicher Mehrheit eine Empfehlung für die Plenarsitzung am 10. März verabschiedet, der Verordnung nur unter der Maßgabe von substanziellen Veränderungen zuzustimmen. „Es liegt im Interesse der Länder, die Verordnung in der vorgelegten Form zu stoppen”, argumentiert Hans Schwägerl. „Denn die Pläne des Bundesverkehrsministers stellen nicht nur eine unverhältnismäßige sowie existenzielle Gefährdung des privaten Modellflugs dar. Sie bedeuten auch eine Überforderung der Landesluftfahrtbehörden und eine ganz erhebliche Belastung der Länder-Haushalte.”

Kritisch sieht man die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erarbeitete Verordnung auch in großen Teilen der Politik. So kritisierte beispielsweise Reinhold Sendker (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses, öffentlich die geplante Flughöhenbegrenzung von 100 Metern außerhalb speziell zugelassener Modellflugplätze. Unmittelbar nach der Billigung der Verordnung durch das Bundeskabinett Mitte Januar sprach sich auch Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Deutschen Bundestag, eindeutig gegen die unverhältnismäßigen Einschränkungen des seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflugs in Deutschland aus, kündigte sozialdemokratischen Widerstand im Bundesrat an.

„Wir haben in den vergangenen Wochen über alle Parteigrenzen hinweg sehr viel Zuspruch und Unterstützung aus der Bundes- und Landespolitik erhalten, die uns Mut machen”, blickt DMFV Präsident Hans Schwägerl zurück. „Und aufgrund der Beschlussempfehlung des Bundesrats-Verkehrsausschusses hoffen wir, dass die Länderkammer im Sinne von hunderttausenden Modellfliegern in Deutschland entscheiden wird.”




„Wenn niemand dem Modellflug schaden will, warum passiert es dann?”

Weiter Verwirrung in Drohnen-Debatte. Modellflieger hoffen auf den Bundesrat

Es klingt wie eine Erzählung aus Absurdistan. Kurz bevor die Novelle der Luftverkehrsordnung im Kabinett vorgelegt worden war, wurden eine Absprache mit den Modellflugverbänden aufgekündigt und den Modellfliegern existenzbedrohende Restriktionen auferlegt. Die Frage nach dem Verursacher ist innerhalb der Bundesregierung weiter strittig. Im Verkehrs- und Verteidigungsministerium schiebt man sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, keiner will es gewesen sein. Aus dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestag kommt währenddessen fraktionsübergreifende Ablehnung der unsachgemäßen Beschränkung des Hobbys von hunderttausenden Deutschen. Aber wenn niemand dem Modellflug schaden will: Warum wird es dann getan?

Während die Leitungsebene des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und auch verschiedene Verkehrspolitiker darauf verweisen, dass das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unter Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf die kurzfristigen Änderungen zu Lasten des traditionsreichen Modellflugs in Sport und Freizeit bestanden habe, weist man auf der Hardthöhe jede Schuld von sich. „Es ist wirklich nahezu absurd, dass es jetzt niemand gewesen sein will,” wundert sich Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV). „Wenn niemand dem Modellflug schaden will, warum passiert es dann? Es gab einen tragfähigen Kompromiss, der die Belange des Modellflugs und die Sicherheitsinteressen der Bundesregierung gut in Einklang brachte. Dieser wurde einseitig zu Ungunsten der Modellflieger aufgekündigt. Das ist Fakt. Auch wenn nun alle Seiten abstreiten, dafür verantwortlich zu sein.”

Die Hoffnungen der Modellflieger in Deutschland ruhen jetzt auf dem Bundesrat. Denn während die Luftverkehrsordnung nicht vom Bundestag gebilligt werden muss, ist die Zustimmung der Länderkammer sehr wohl erforderlich. Und die scheint zumindest keine reine Formsache zu sein. „Das wird im Bundesrat noch für erhebliche Diskussionen sorgen,” erklärte Sören Bartol, SPD-Fraktionsvize im Bundestag, schon kurz nach der Billigung der Luftverkehrsordnung durch das Kabinett am 18. Januar. Und auch sein Parteifreund, der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Arno Klare, setzt auf ein Veto aus dem Bundesrat. „Ich werde meinem zuständigen Minister meine Position zukommen lassen und ihn bitten, der Verordnung in der vorliegenden Fassung nicht zuzustimmen”, teilte er in einem Schreiben an den DMFV mit.

Zusätzliche Hoffnung schöpfen die Modellflieger in Deutschland daraus, dass auch innerhalb der CDU die Beschränkungen für den privaten Modellflug umstritten sind. Axel E. Fischer, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Karlsruhe-Land, begrüßte gegenüber dem Online-Portal ka-news.de zwar grundsätzlich das Vorhaben, den Betrieb von Drohnen klarer zu regulieren. „Zu weit geht mir jedoch die Einschränkung für Modellflieger”, so der CDU-Politiker wörtlich. „Dass sie künftig eine Extraerlaubnis für Flüge über 100 Meter beantragen sollen, scheint mir überzogen.” Ähnlich hatte sich in der Vergangenheit auch Fischers Parteifreund Reinhold Sendker (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses, geäußert.

Sätze wie diese nimmt man in der Bonner Geschäftsstelle des Deutschen Modellflieger Verbands natürlich gerne zu Kenntnis, weiß sie aber auch einzuordnen. „Wir hören ja von allen Seiten, dass eigentlich niemand den traditionellen Modellflug gefährden will”, erklärt DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „Aber bislang sind das nur Worte. Wir hoffen darauf, dass der Bundesrat seiner Verantwortung nachkommt und die Beschränkungen für unser Hobby, die ja offensichtlich ohnehin keiner möchte, auch tatsächlich stoppt.”




Streit um Drohnen-Verordnung

100 Meter-Höhenbegrenzung für Modellflieger – und keiner will es gewesen sein

Wie kam es zur Aufkündigung des Kompromisses zur Luftverkehrsordnung? Während sowohl der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) als auch SPD-Verkehrspolitiker erklären, dass das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unter Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) diesbezüglich Druck auf das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ausgeübt hat, streitet man im Verteidigungsministerium eine entsprechende Einflussnahme ab. Äußerungen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) legen jedoch etwas anderes nahe.

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich aktuell zwischen dem Verkehrs- und dem Verteidigungsministerium abspielt. „Einer zeigt mit dem Finger auf den anderen, schiebt den Schwarzen Peter weiter”, ärgert sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „Das ist der Sachlage nicht angemessen. Denn immerhin geht es hier um einen massiven Eingriff ins Privatleben unbescholtener Bürger. Solcherlei Verschleierungstaktik und Nebelkerzen schaden dem Vertrauen der Menschen in die Politik.” Während die Leitungsebene des BMVI darauf verweist, dass das BMVg den zwischen Interessenverbänden und Politik im November ausgehandelten Kompromiss zur Luftverkehrsordnung platzen ließ, gibt es von der Hardthöhe gegenteilige Aussagen. „In einem persönlichen Gespräch in der DMFV-Geschäftsstelle am 23. Januar 2017 wurde uns von einem Mitarbeiter des Referats FüSK I 5 erklärt, dass das Verteidigungsministerium nichts mit der kurzfristigen Veränderung der Luftverkehrsordnung zu tun habe. Aber es kann ja nur einer von beiden recht haben: BMVI oder BMVg.”

Bundeswehr-Experte Thomas Wiegold veröffentlichte in seinem Blog „Augen geradeaus!” unterdessen ein Dementi der Pressestelle des Verteidigungsministeriums, die eine Beteiligung des BMVg an kurzfristigen Verschärfung der Bestimmungen für den Modellflug in Sport und Freizeit zurückweist. Begründung: Eine maximale Flughöhe von 100 Meter sei von Anfang an in den durch das BMVI erarbeiteten Entwürfen enthalten gewesen. Die von Blogger Thomas Wiegold zitierten Äußerungen der BMVg-Pressestelle sind, da ist man sich beim DMFV sicher, nicht mehr als eine Nebelkerze. „Das ist aus unserer Sicht eine leider häufiger zu verzeichnende Politiker-Reaktion”, analysiert Präsident Hans Schwägerl. „Denn hier wird eine Frage beantwortet, die nicht gestellt wurde.” Tatsächlich hatten die ursprünglichen Pläne aus dem Verkehrsministerium eine allgemeine Flughöhenbegrenzung für private Flugmodelle von 100 Meter vorgesehen. Doch nach monatelangem Streit hatten sich die Vertreter des BMVI mit den Verhandlungsführern des Deutschen Modellflieger Verbands im November 2016 auf eine Kompromisslösung verständigt, die dem klassischen Modellflug weitreichende Ausnahme-Optionen („Kenntnisnachweis”) eröffnete, auch ohne individuelle Aufstiegserlaubnis (AE) und außerhalb von speziell zertifizierten Modellflugplätzen höher als 100 Meter zu fliegen. „Dieser, von den ursprünglichen Planungen des BMVI abweichende Kompromiss war es, der kurzfristig aufgekündigt wurde”, so Schwägerl weiter. „Und gegen diesen Wortbruch wehren wir uns.”

Für die SPD-Politikerin Kirsten Lühman ist die Sache klar. „Zur Frage der Flughöhe von Modellflugzeugen hatte es bereits im vergangenen Jahr einen Kompromissvorschlag gegeben, der mit den Modellfliegenden abgestimmt war”, bestätigt die Verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion in einem Schreiben an den DMFV sowie die Protest-Initiative Pro Modellflug. „Diesem Kompromiss hat nach unseren Erkenntnissen das Bundesministerium der Verteidigung widersprochen.”

Neben den von DMFV und Kirsten Lühmann geäußerten Erkenntnissen lassen nicht zuletzt auch Äußerungen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt die „Wir haben damit nichts zu tun”-Haltung des Verteidigungsministeriums zweifelhaft erscheinen. Am 18. Januar 2017, kurz nach Vorlage der Luftverkehrsordnung im Bundeskabinett, sagte der CSU-Politiker im Deutschen Bundestag die beiden folgenden, im Kontext der aktuellen Verursacher-Debatte bemerkenswerten Sätze: „Drohnen sollen zukünftig nicht höher als 100 Meter fliegen. Das ist eine Grenze, die im Besonderen mit dem Bundesministerium für Verteidigung vereinbart worden ist, weil wir bei Höhen über 100 Metern in Bereiche kommen, in denen in Deutschland Tiefflüge von Hubschraubern stattfinden können.” Da privat genutzte Drohnen und der klassische Modellflug vom Gesetzgeber ausdrücklich gleichbehandelt werden, gilt die von Alexander Dobrindt erwähnte Absprache mit dem Verteidigungsministerium auch für die Modellflieger in Deutschland, die noch im November 2016 einen anderslautenden Kompromiss mit dem Dobrindt-Ministeriums fest vereinbart hatten.




„Ungerecht und nicht praktikabel”

Modellflieger alarmiert: Drohnen-Verordnung in der Praxis nicht handhabbar

Des einen Freud, des anderen Leid. Während Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am vergangenen Mittwoch im Bundestag die Möglichkeiten anpries, die seine Luftverkehrsordnung kommerziellen Anwendungen wie Paketdrohnen auch deutlich jenseits der 100-Meter-Grenze eröffnen soll, herrscht bei den Modellfliegern in Deutschland blankes Entsetzen. Denn entgegen anderslautender, verbindlicher Zusagen aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wurden nur Stunden vor Dobrindts Auftritt im Parlament völlig unverhältnismäßige Einschränkungen für den klassischen Modellflug vom Bundeskabinett beschlossen.

Auf Druck des Verteidigungsministeriums hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in letzter Minute einen Kompromiss platzen lassen, der monatelang unter Einbeziehung sämtlicher betroffener Interessengruppen ausgehandelt wurde. In die Empörung darüber mischt sich mehr und mehr auch Verwunderung. „Die vom Kabinett verabschiedete Luftverkehrsordnung ist nicht nur ungerecht, sie ist in der Praxis schlicht nicht praktikabel”, bringt es Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV) auf den Punkt. Vor allem die Tatsache, dass Piloten künftig außerhalb von Vereinsflugplätzen mit spezieller Aufstiegserlaubnis eine behördliche Ausnahmeerlaubnis benötigen, um höher als 100 Meter fliegen zu dürfen, sorgt für Kopfschütteln. „Wir sind gespannt, wie die Landesluftfahrtbehörden mehrere 10.000 zusätzliche Anträge in angemessener Zeit bearbeiten wollen. Dafür sind die personell gar nicht ausgestattet. Und wir fragen uns natürlich, wer die Kosten dafür tragen soll. Hier wird der Bund den Ländern bald reinen Wein einschenken müssen. Auf jeden Fall aber, bevor die Verordnung in den Bundesrat gehen soll.”

Alleine der DMFV, mit zirka 90.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung seiner Art in Europa, hat fast 45.000 Einzelmitglieder, die verantwortungs- und sicherheitsbewusst unter Einhaltung aller luftrechtlichen Bestimmungen ihrem Hobby nachgehen. Aber das eben außerhalb des Vereinsbetriebs. Und auch von den 1.300 im Deutschen Modellflieger Verband organisierten Vereinen haben nicht einmal zwei Drittel Flugplätze mit Aufstiegserlaubnis. In einigen Fällen freiwillig, da dort nur bisher legaler Modellflug mit Modellen unter 5 Kilogramm betrieben wird. Zum anderen ist eine Aufstiegserlaubnis auch mit nicht unerheblichen finanziellen und bürokratischen Hürden versehen. Nach dem Willen der Bundesregierung sind all diese Modellflieger künftig auf eine individuelle Ausnahmegenehmigung angewiesen, um beispielsweise beliebte Sportarten wie Hang- oder Segelflug auch weiterhin ausüben zu können.

Doch nicht nur in der Modellflugszene, auch beim Koalitionspartner SPD regt sich Widerstand gegen die vom Verteidigungsministerium eingeforderte Verschärfung in der Verordnung des Verkehrsministers. Kirsten Lühmann, Verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hat sich in einem Schreiben an den Deutschen Modellflieger Verband gewandt und ihr Unverständnis über einige den Modellflug betreffenden Details der Verordnungsnovelle zum Ausdruck gebracht. „Das ist aus unserer Sicht nicht sachgerecht und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, einen neuen Kompromiss hierzu zu finden”, so Lühmann mit Blick auf die noch ausstehende Debatte im Bundesrat. Angesichts der vielen offenen Fragen zur kommerziellen Nutzung von Lieferdrohnen und den finanziellen Belastungen, die mit der vom Kabinett in Berlin gebilligten Luftverkehrsordnung auf die für die Luftfahrtbehörden zuständigen Länder zukommen, wird sie nicht die einzige bleiben, die Gesprächsbedarf hat.




„Ministerin von der Leyen ist deutlich über das Ziel hinaus geschossen”

Drohnen-Verordnung: Modellflieger weisen Vorstoß der Verteidigungsministerin zurück

Lange wurde über die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt angestoßene Novellierung der Luftverkehrsordnung gestritten. Mehr als ein Jahr kämpfte der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) gegen ein De-facto Verbot des in Deutschland seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflugs an, sammelte beispielsweise über 128.000 Unterschriften für eine Petition an den CSU-Minister. Am Ende stand ein vernünftiger Kompromiss. Ein Kompromiss, den Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nun völlig überraschend aufkündigen lies. Und das mit wenigstens fragwürdigen Argumenten.

Nachdem der lange diskutierte Referentenentwurf für eine Novellierung der Luftverkehrsordnung (LuftVO) im vergangenen Herbst die verschiedenen Ministerien durchlaufen hatte und den beteiligten Verbänden zur Kommentierung vorgelegt worden war, schien der Weg für eine neue LuftVO geebnet. „Nach dem zähen Ringen des vergangenen Jahres hatten wir eigentlich eine Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten zufrieden sein konnten”, so Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands. Doch nun trat völlig überraschend das Bundesministerium der Verteidigung auf den Plan. Aufgrund einer erhöhten nationalen und internationalen Gefährdungslage sowie den Anforderungen der Bundeswehr bei Tiefflügen über Deutschland sind nach dem Wunsch Ursula von der Leyens wesentliche Aspekte über Nacht komplett anders geregelt werden als nach den intensiven Verhandlungen des vergangenen Jahres beschlossen. Der traditionsreiche deutsche Modellflug steht plötzlich wieder vor dem Aus. Und mit ihm nicht zuletzt eine unverzichtbare Innovations- und Nachwuchsquelle für den Luftfahrtstandort Deutschland.

Rückblende. Im November 2015 kündigt Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, medienwirksam eine Novellierung der Luftverkehrsordnung an. Diese hätte in der ursprünglichen Form ein prominentes Opfer gefordert: den privaten Modellflug. Nach langem Streit verständigte man sich auf eine Neuregelung, die eine sinnvolle Balance zwischen den sicherheitspolitischen Interessen des Verkehrsministeriums sowie den Anforderungen der Modellfliegerei sicher gestellt und für das Hobby von hunderttausenden Bürgern in Deutschland eine Zukunft bedeutet hätte. „Der Vorstoß der Bundesverteidigungsministerin kam völlig überraschend und ist inhaltlich nicht nachvollziehbar”, nimmt DMFV-Präsident Hans Schwägerl kein Blatt vor den Mund. „Die Koexistenz von Modellflug und Luftwaffe am Himmel war in den vergangenen Jahrzehnten nie ein Problem. Selbst nicht zu Zeiten des Kalten Krieges. Ich kann nicht erkennen, warum Einschränkungen für den privaten Modellflug dann im Jahr 2017 die Sicherheit Deutschlands erhöhen sollen.”

In der Tat wirft von der Leyens Vorstoß Frage auf. Angefangen von möglichen taktischen Erwägungen im Wahljahr 2017 bis hin zu einer schrittweisen Grundsteinlegung für künftige Einsätze der Bundeswehr im Inneren. „Man kann über die Motive, warum Frau von der Leyen nach vielen Verhandlungsmonaten nun plötzlich den geschlossenen Kompromiss kippen möchte, nur spekulieren”, wundert sich Hans Schwägerl. „Klar ist aber, dass die Ministerin hier deutlich über das Ziel hinaus geschossen ist.”




Existenzielle Bedrohung abgewendet

Neue Luftverkehrsordnung: DMFV Erreicht weitere Verbesserungen für Modellflieger

Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) bleibt in den Verhandlungen über die Novellierung der Luftverkehrsordnung weiter erfolgreich. Das Hobby Modellflug kann daher auch in Zukunft ohne substantielle Einschränkungen ausgeübt werden. Davon geht man beim DMFV auch nach der abgeschlossenen Verbändeanhörung zum Referentenentwurf des Verkehrsministeriums sicher aus. Und mehr noch: im Rahmen dieser Anhörung konnte der Verband weitere Verbesserungen erreichen.

„Wir haben wegweisende Erfolge für unser Hobby erzielen können”, so DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „Erfolge, von denen viele vor einigen Monaten nicht zu träumen wagten.” Vor fast genau einem Jahr hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigt, sowohl für Drohnen als auch Flugmodelle eine allgemeine Flughöhenbegrenzung von 100 Metern einführen zu wollen. Hunderttausende Modelflieger bangten seitdem um ihr Hobby. Zwar hatte bereits der Anfang Oktober vorgelegte Referentenentwurf zur Novelle der Luftverkehrsordnung für Erleichterung gesorgt, doch einige Punkte – vor allem mit Blick auf die Jugendarbeit – bedurften noch dringender Klärung.

Bereits der Referentenentwurf sah die Möglichkeit vor, dass Piloten durch den Erwerb eines „Kenntnisnachweis” es ihre Modelle auch weiterhin oberhalb von 100 Metern fliegen dürfen. In der nun fertigen Endfassung wird nun zusätzlich geregelt, dass Piloten auf Flugplätzen mit einer gültigen Aufstiegserlaubnis (AE) sogar ohne „Kenntnisnachweis” und wie bisher höher als 100 Meter fliegen dürfen. Das gilt auch für Piloten, die jünger als 14 Jahre sind. Diese Änderung hat der DMFV vor allem in Hinblick auf seine Jugendarbeit mit Erleichterung aufgenommen. Denn da der „Kenntnisnachweis” erst ab einem Alter von 14 Jahren erlangt werden kann, war das Fliegen über 100 Meter für jüngere Piloten laut Referentenentwurf nicht mehr möglich. Das hätte unter anderem das Aus für die gesamten Jugendwettbewerbe des DMFV bedeutet. Verfügen Vereinsflugplätze nicht über eine AE, dann ist das Fliegen oberhalb der 100-Meter-Grenze sowie von Modellen mit einem Startgewicht von mehr als 2 Kilogramm möglich, solange der Pilot über einen persönlichen „Kenntnisnachweis” verfügt. Und auch außerhalb von Modellflugplätzen ist das genehmigungsfreie Fliegen über 100 Meter Höhe und mit Modellen mit mehr als 2 Kilogramm Startgewicht mit Hilfe des in die Luftverkehrsordnung aufgenommenen „Kenntnisnachweis“ es ebenfalls weiter möglich. Zudem bleibt es dabei, dass der genehmigungspflichtige Betrieb von Flugmodellen erst ab 5 Kilogramm Startgewicht beginnt.

In der umfassenden Kommentierung der neuen Luftverkehrsordnung wird des Weiteren eindeutig darauf hingewiesen, dass der „Kenntnisnachweis” eben tatsächlich nur die Kenntnisnahme der gültigen Regeln und dessen Bestätigung durch Modellflugvereine beziehungsweise beauftragte Verbände wie beispielsweise den DMFV umfasst. Ein Zugeständnis an den traditionellen Modellflug, der seit Jahrzehnten über eine ausgezeichnete Sicherheitsbilanz verfügt. Möglich wurde dieser wichtige Erfolg für den gesamten deutschen Modellflugsport nicht zuletzt durch die enge und vertrauensvolle Gesprächsbasis des Deutschen Modellflieger Verbands zu den verantwortlichen Stellen in Politik und Behörden. So hatten sich zuletzt die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Verkehr und digitale Infrastruktur” in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Sinne der hunderttausenden deutschen Modellflieger positioniert. Auch der Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag folgte den Forderungen des DMFV nach mehreren Gesprächen und Telefonkonferenzen. „Für uns ging es um alles”, blickt DMFV-Präsident Hans Schwägerl zurück. „Doch dank der großen Geschlossenheit der Modellflieger in Deutschland und der engagierten Arbeit von vielen unermüdlichen Unterstützern ist es gelungen, mit unseren Argumenten zu überzeugen und unser Hobby vor einem De-facto-Verbot zu bewahren.”




„Die Diskussion ist schon lange deutlich weiter”

Modellflieger weisen erneuten Vorstoß der DFS Deutsche Flugsicherung zurück

Es ist ein merkwürdiges Signal, das die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH aussendet. Fünf Wochen, nachdem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Referentenentwurf für die Novellierung der Luftverkehrsordnung vorgelegt hat, mit der vor allem die zivile Nutzung von Multikoptern („Drohnen”) neu geregelt werden soll, bemüht man sich bei der DFS, die Zeit zurück zu drehen. Und stellt sich damit aktiv gegen die Pläne des BMVI. Ein bemerkenswerter Vorgang. Schließlich befindet sich die DFS zu 100 Prozent im Besitz des Bundes – und ist direkt dem für die geforderten Vorschriften zuständigen Ministerium unterstellt.

Nach dem Willen des Vorsitzenden der DFS-Geschäftsführung, Prof. Klaus-Dieter Scheurle, sollten ein Drohnenführerschein für alle und eine zentrale Registrierung sämtlicher Drohnen ab 250 Gramm Abfluggewicht eingeführt werden. Forderungen, die man beim Deutschen Modellflieger Verband (DMFV), der mit mehr als 88.000 Mitgliedern größten Interessenvertretung ihrer Art in Europa, mit Kopfschütteln zur Kenntnis nimmt. „Im Referentenentwurf zur neuen Luftverkehrsordnung hat das BMVI eindeutig Position bezogen und den altbekannten Forderungen der DFS nach Führerschein und Registrierung privat genutzter Flugmodelle eine Absage erteilt”, bringt es DMFV-Präsident Hans Schwägerl auf den Punkt. Aus Sicht des Gesetzgebers sind eine Kennzeichnungspflicht für Modelle ab 250 Gramm sowie eine individuelle Bescheinigung („Kenntnisnachweis“) des Piloten ausreichend, um die Sicherheitsinteressen der Gesellschaft sowie die Belange des Modellflugs in Einklang zu bringen.

„Nicht zuletzt aufgrund der traditionell hervorragenden Sicherheitsbilanz der zum Zwecke von Sport und Freizeit betriebenen Flugmodelle, zu denen eben auch privat genutzte Multikopter („Drohnen”) zählen, konnten wir in den vergangenen Monate mit unseren Argumenten überzeugen”, führt Hans Schwägerl weiter aus. „Die Diskussion ist schon lange deutlich weiter. Es drängt sich daher der Verdacht auf, dass hier noch ganz andere Interessen eine Rolle spielen, als öffentlich geäußert wird.” Schon im Juni dieses Jahres hatte die DFS mit der Forderung für Aufsehen gesorgt, man müsse unbemannte Luftfahrzeuge bei einer Neuordnung des Luftraums als wirtschaftlichen Faktor begreifen. Gleichzeitig kündigte DFS-Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle damals an, die DFS auch als Schulungs-Einrichtung für Drohnen-Piloten positionieren zu wollen. „Nach wie vor gilt daher, dass solcherlei sachfremde Erwägungen nicht massiv das Privatleben unbescholtener Bürger beeinträchtigen sowie eine wichtige Innovations- und Nachwuchsquelle des Luftfahrtstandorts Deutschland beschädigen dürfen”, stellt DMFV-Präsident Hans Schwägerl klar.




Eine Zukunft für den Modellflug

Deutscher Modellflieger Verband sieht sich durch Presseberichte bestätigt

Können die Modellflieger in Deutschland jetzt endgültig aufatmen? Laut verschiedenen Medienberichten sieht der Referentenentwurf für eine novellierte „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten” zwar einige Neuerungen für Piloten von privat genutzten Flugmodellen vor. Bezüglich der bis zuletzt strittigen Flughöhenbegrenzung sind die Angaben allerdings uneinheitlich. Nach Informationen des Deutschen Modellflieger Verbands ist die allgemeine, ausnahmslose Deckelung auf 100 Meter jedoch vom Tisch.

Spiegel Online hatte zunächst berichtet, dass künftig „private Drohnenflüge nur noch bis zu einer Höhe von hundert Meter zulässig” sein werden. „Das ist nach unseren Informationen auch nicht grundsätzlich falsch”, ordnet Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV) diesen und andere ähnlich lautende Presseberichte ein. „Allerdings ist es auch nicht die ganze Wahrheit. Denn wer einen so genannten ‚Kenntnisnachweis‘ vorweisen kann, der wird sein privates Flugmodell auch weiterhin jenseits der 100 Meter-Grenze, auch außerhalb von Modellflugplätzen, nach den bisherigen Regeln Fliegen können.” Wie dieser „Kenntnisnachweis”, über den auch Heise Online mit Verweis auf den Regierungsentwurf berichtet, exakt aussehen wird, bleibt abzuwarten. Er wird jedoch in der Zuständigkeit der beauftragten Modellsportverbände liegen. Die Hürden werden zudem deutlich geringer ausfallen als bei einem von verschiedenen Seiten ins Gespräch gebrachten „Pilotenführerschein”.

„Unterm Strich bestätigen die jüngsten Medienberichte das, was wir schon vorab von unseren Gesprächspartnern signalisiert bekommen hatten. Das BMVI ist in vielen Punkten der Argumentation und den Vorschlägen des DMFV gefolgt”, so Hans Schwägerl. Unter anderem müssen künftig alle Flugmodelle mit einem Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm gekennzeichnet werden. „Kennzeichnung bedeutet nicht Registrierung”, stellt DMFV-Präsident Schwägerl klar. „Wir haben von Anfang an betont, dass wir ausgeweitete Kennzeichnungspflichten für sinnvoll halten.”

Positiv bewertet man auf Seiten des Deutschen Modellflieger Verbands zudem die Tatsache, dass mit der neu gefassten Luftverkehrsordnung erstmals der Bereich des Fliegens mit optischen Hilfsmitteln – zum Beispiel einer Videobrille – konkret geregelt wird. So wird das Fliegen mit Modellen unter 250 Gramm und bis zu einer Höhe von 30 Meter erlaubt und dem direkten Sichtkontakt gleichgestellt, was die boomende Sportart FPV-Race (FPV = First Person View) de facto aus seiner bisherigen rechtlichen Grauzone holt. Als Alternative für Modelle über 250 Gramm Abfluggewicht bietet der Gesetzgeber zudem die Möglichkeit an, dass ein Luftraumbeobachter den oder die Piloten auf mögliche Gefahren hinweist. „Mit dem sich abzeichnenden Kompromiss gehen wir zuversichtlich in die Verbändeanhörung”, blickt Hans Schwägerl voraus. „Aus unserer Sicht scheint ein für alle Beteiligten gangbarer Weg gefunden zu sein. Und vor allem hat der Modellflug in Deutschland wieder eine Zukunft.”




„Rückenwind für die Verbändeanhörung”

Quorum erfüllt: Online-Petition gegen Dobrindt-Pläne sammelt 120.000 Unterschriften

Seit Monaten wird in Deutschland zäh um die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geplante Novellierung der Luftverkehrsordnung gerungen. Vor allem der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) protestiert vehement gegen vorgesehene Regelungen, die ein De-facto-Verbot des Modellflugs in Deutschland bedeuten würden. Und das nicht allein. Die Online-Petition „Hände weg von meinem Hobby” auf www.promodellflug.de/petition hat mittlerweile 120.000 Unterstützer gesammelt und damit das Quorum der Bürgerrechtsplattform OpenPetition erfüllt.

Dank der breiten Unterstützung der Szene konnte der Deutsche Modellflieger Verband schon in den vergangenen Wochen einige Erfolge in den Gesprächen mit dem BMVI erzielen. So wurden bereits bei der Finalisierung des Referentenentwurfs Vorschläge und Forderungen des DMFV berücksichtigt. „Dieses tolle Ergebnis gibt uns jetzt noch zusätzlichen Rückenwind für die anstehende Verbändeanhörung”, freut sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „Mehr als 120.000 Unterschriften sind ein starkes Mandat, um noch selbstbewusster für die Belange aller Modellflieger in Deutschland einzustehen.”

Der Erfolg der Petition macht eindrucksvoll deutlich, wie groß die Ablehnung der Minister-Pläne innerhalb Deutschlands ist. Vor allem die geplante allgemeine Flughöhenbegrenzung von 100 Metern für privat genutzte Flugmodelle stößt auf Unverständnis, würde sie doch den seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflug in Deutschland weitgehend unmöglich machen. Auch die vermeintliche sicherheitspolitische Notwendigkeit einer Neuregelung des Betriebs von privat genutzten Flugmodellen erweist sich bei näherem Hinsehen als nicht gegeben. „Der private Modellflug ist absolut ausreichend gesetzlich geregelt”, erklärt Hans Schwägerl. „Neue Gesetze und Vorschriften bringen daher keinerlei Sicherheitsgewinn. Wir müssen alle zusammen daran arbeiten, für ausreichend Aufklärung zu sorgen und der Staat muss die Ahndung von Verstößen sicher stellen. Darauf sollten alle Beteiligten ihre Ressourcen konzentrieren. Und nicht auf die Diskussion einer überflüssigen sowie in der Praxis wenig hilfreichen Verordnungs- Novellierung.”




„Wir brauchen keine neuen Regeln für den privaten Modellflug”

DMFV begrüßt DLRK-Debatte über autonomes Fliegen – und kritisiert Allianz-Kampagne

Beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) treffen sich derzeit Experten und Wirtschaftsvertreter in Braunschweig, um über aktuelle Herausforderungen für die Branche und neue Technologien zu beraten. Eines der Themen dabei ist, wie künftig mit kommerziell genutzten, unbemannten Flugobjekten umzugehen ist. Wohlgemerkt: es geht um kommerziell genutzte Luftfahrzeuge. Denn die Fachleute in Braunschweig wissen natürlich, dass der private Modellflug bereits ausreichend reglementiert ist.

Angesichts der aktuellen Drohnen-Diskussion rückt sogar der deutsche Astronaut Alexander Gerst und dessen Vortrag über die „Blue Dot Perspective” in den Hintergrund. Verfolgt man die Berichterstattung über den Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress in Braunschweig, scheint es dort in diesen Tagen nur ein Thema zu geben: „Drohnen”. Dabei beschäftigt sich nur ein kleiner Teil des Konferenzprogramms mit dem medialen Trendthema. Und anders als man angesichts der Berichterstattung vermuten könnte, geht es den Experten aus aller Welt weniger um vermeintliche Sicherheitsrisiken durch privat genutzte Flugmodelle als um die Potenziale und Herausforderungen durch kommerzielle, autonome Fluggeräte. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Thema Liefer- und Paketdrohnen in Braunschweig auf der Tagesordnung steht”, erklärt Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV). „Denn anders als im privaten Bereich des Modellflugs besteht hier tatsächlich Gesprächsbedarf.”

Während der kommerzielle Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen und deren mögliche Integration in den für privat genutzte Flugmodelle ohnehin gesperrten Luftraum tatsächlich komplett ungeklärt ist, besteht bereits seit Jahren ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den privaten Einsatz von „Drohnen” ausreichend reglementiert. Die Persönlichkeitsrechte, in diesem Kontext häufig als gefährdet angesehen, sind durch gesetzliche Bestimmungen ebenfalls umfassend geschützt. Auch eine steigende Gefährdung des manntragenden Luftverkehrs lässt sich nicht durch Fakten belegen. „Wir brauchen keine neuen Regeln für den privaten Modellflug. Und das wissen auch die Experten in Braunschweig”, bringt es Hans Schwägerl auf den Punkt. „Was wir brauchen ist eine effektivere Aufklärung der Bevölkerung über die bestehende Rechtslage und eine konsequente Ahndung von Verstößen.”

Ausgesprochen kritisch sieht man beim DMFV zudem die kürzlich veröffentlichte Studie der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Darin schlägt der Luftfahrtversicherer medienwirksam Alarm und warnt vor angeblichen neuen Sicherheitsrisiken durch die wachsende Verbreitung zivil genutzter Multikopter („Drohnen”). Diesen sei nur durch eine weltweite Registrierungspflicht sowie eine weitreichende Qualifizierung der Piloten Herr zu werden. Und natürlich durch eine Versicherung. „Die Allianz spielt aus wirtschaftlichen Interessen mit diffusen Ängsten der Öffentlichkeit”, stellt DMFV-Präsident Schwägerl klar. „Und vor allem wird verschwiegen, dass eine Luftfahrthaftpflicht für Flugmodelle – und somit auch für privat genutzte Drohnen – schon längst gesetzlich vorgeschrieben ist.”




„Aufklärung ja, Aktionismus nein”

Modellflieger sehen ADV-Vorstoß zur Drohnen-Regulierung kritisch

Mit der Forderung nach der zentralen Registrierung aller zivilen Drohnen sowie gemeinsamen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen in Europa hat der Flughafenverband ADV der Diskussion um vermeintliche Sicherheitsrisiken durch zivil genutzte Drohnen neue Nahrung gegeben. Ein Vorstoß, den man bei den Modellfliegern in Deutschland durchaus kritisch bewertet. Denn das, was die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen regeln will, ist bereits nach geltendem Recht verboten.

Registrierung, Drohnenführerschein, Information: Es sind keine neuen Forderungen, die vom Flughafenverband ADV und anderen Lobbygruppen der Luftfahrtindustrie erhoben werden. Und während der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) den Ruf nach mehr Aufklärung über die bestehende Rechtslage vollumfänglich teilt, lehnt man die ins Gespräch gebrachten Gesetzesänderungen ab. „Aufklärung ja, Aktionismus nein”, bringt es DMFV-Präsident Hans Schwägerl auf den Punkt. „Die in Deutschland bestehenden Regeln reichen völlig aus. Wichtig ist es jedoch, die Bevölkerung über Rechte und Pflichten im Umgang mit Flugmodellen zu informieren und Verstöße streng zu ahnden.” Denn wenn privat genutzte Multikopter („Drohnen”) der bemannten Luftfahrt im kontrollierten beziehungsweise gesperrten Luftraum in die Quere kommen sollten, liegt bereits nach jetzt geltendem Recht eine Straftat vor, die konsequent sanktioniert werden muss.

Auch die erhobene Forderung nach einer zentralen Registrierung für privat genutzte Flugmodelle schießt über das Ziel hinaus – und ist aufgrund des damit verbundenen bürokratischen Aufwands unverhältnismäßig. „Ausgeweitete Kennzeichnungspflichten für Flugmodelle würden wir genauso mittragen wie eine Konkretisierung des Prinzips des Sichtflugs”, erklärt Hans Schwägerl. „Beides wären praktikable Schritte, die zu mehr Klarheit und damit einer Erhöhung der Sicherheit beitragen könnten. Eine europaweite Datenbank mit sämtlichen zivil genutzten Multikoptern hingegen ist nicht zielführend.” Den wieder einmal ins Gespräch gebrachten Befähigungsnachweis für Piloten, oft auch als „Drohnenführerschein” bezeichnet, lehnt der Deutsche Modellflieger Verband nach wie vor ausdrücklich ab. Der Befähigungsnachweis löst keines der vom Flughafenverband ADV oder auch dem Bundesverkehrsministerium benannten angeblichen Probleme. Im Gegenteil. Auf diese Weise würden ein enormer bürokratischer Aufwand sowie Kosten in noch unbekannter Höhe auf Behörden und Modellflieger zukommen. Ein Zugewinn an Sicherheit sowie eine effektivere Aufklärung von Gelegenheitspiloten ist damit hingegen nicht verbunden. „Ein politisches Feigenblatt bringt am Ende niemandem etwas”, erteilt Hans Schwägerl dem Vorschlag eine klare Absage.




„Wir lassen nicht nach”

Modellflieger sichern sich weitere Unterstützer im Kampf gegen Dobrindt-Pläne

Sommer in Deutschland. Während im politischen Berlin die Uhren derzeit ein wenig langsamer ticken als gewöhnlich, herrscht an der Basis Hochkonjunktur. Nicht zuletzt auf den Modellflugplätzen, denn viele Abgeordnete des Deutschen Bundestags sowie Kommunal- und Lokalpolitiker nutzen die parlamentarische Sommerpause dazu, sich in ihren Wahlkreisen vor Ort über die drohenden Auswirkungen der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geplanten Novellierung der Luftverkehrsordnung zu informieren. Der allgemeine Tenor: die Modellflieger in Deutschland dürfen nicht die Leidtragenden gesetzlicher Neuregelungen sein.

Auch wenn die jüngsten Signale aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Grund zu vorsichtigem Optimismus gaben, wiegt man sich beim Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) nicht in Sicherheit. „Wir lassen nicht nach”, gibt Präsident Hans Schwägerl die Richtung vor. „Gemeinsam mit den ungeheuer engagierten Vereinen und aktiven Einzelpiloten ist es gelungen, vielen Mandatsträgern die katastrophalen Auswirkungen der Dobrindt-Pläne auf das Hobby von hunderttausenden Deutschen zu verdeutlichen.” Rund 350 Bundestagsabgeordneten und über 900 Landtagsabgeordneten, Landräten und Bürgermeistern konnten in persönlichen Gesprächen die Sorgen der Modellflieger erläutert werden. Darunter bundespolitische Schwergewichte wie Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann oder auch Jens Spahn, Präsidiumsmitglied der CDU. Vor allem die praktische Demonstration der tiefgreifenden Folgen einer allgemeinen Flughöhenbegrenzung von 100 Meter, wie sie das BMVI plant, machte Eindruck. Durch die Bank signalisierten die Politiker den anwesenden Modellfliegern daher Verständnis und Unterstützungsbereitschaft zu.

Doch nicht nur mit der Politik, auch mit Interessengruppen und Verbänden steht man von Seiten des Deutschen Modellflieger Verbands weiter im engen Dialog. Mit Erfolg. So konnte man sich zuletzt beispielsweise mit der ADAC Luftrettung gGmbH sowie der Deutschen Flugsicherung auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der 100-Meter-Thematik verständigen. Auch mit der Vereinigung Cockpit, dem Bundesverband für unbemannte Systeme (BUVUS), dem UAV DACH sowie der European Modelhobby Association ist der DMFV als größte Interessenvertretung für Modellflugsportler in Europa in positiven Gesprächen.

Und mit bislang bereits mehr als 110.000 Unterschriften ist auch das Quorum für die Online-Petition unter www.pro-modellflug.de/petition in greifbarer Nähe, werden nur noch wenige tausend Unterzeichner benötigt. „Wenn die Modellflieger weiter so engagiert für ihr Hobby kämpfen wie bisher, dann bin ich optimistisch, dass wir das Ziel der 120.000 Unterschriften erreichen”, erklärt DMFV-Präsident Hans Schwägerl, der zudem ein positives Zwischenfazit der bisherigen Bemühungen gegen die Dobrindt-Pläne zieht. „Unsere Argumente, die vorgelegten Fakten und unsere konstruktiven Lösungsvorschläge überzeugen. Daher wächst unsere Zuversicht, das Aus für den Modellflug in Deutschland doch noch abwenden zu können.”




„Überwältigende Geschlossenheit”

100.000 Unterschriften: Online-Petition gegen Dobrindt-Pläne setzt Meilenstein

Die Modellflieger in Deutschland wehren sich gegen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Denn die von Minister Alexander Dobrindt (CSU) angestoßene Novellierung der Luftverkehrsordnung hätte weitreichende Folgen. Im Klartext: Es droht ein De-facto-Verbot für das Hobby von hunderttausenden Bürgern. Mit Pro Modellflug (ww.promodellflug. de) hat der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) eine Initiative ins Leben
gerufen, die dem bundesweiten Protest eine deutlich vernehmbare Stimme gibt. Bei der Online-Petition an den Verkehrsminister beispielsweise wurde heute die 100.000ste Unterschrift registriert.

„Das ist ein Meilenstein im Kampf für den Erhalt unseres Hobbys”, freut sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „100.000 Unterschriften sind zudem ein Zeichen für die überwältigende Geschlossenheit der Modellflieger in Deutschland.” Der Erfolg der Online-Petition „Hände weg von meinem Hobby” auf www.pro-modellflug.de/petition macht deutlich, wie groß die Ablehnung der Minister-Pläne innerhalb Deutschlands ist. Vor allem die geplante allgemeine
Flughöhenbegrenzung von 100 Metern für privat genutzte Flugmodelle stößt auf Unverständnis, macht sie doch den seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflug in Deutschland weitgehend unmöglich.

Auch die öffentlich betonte sicherheitspolitische Notwendigkeit einer Neuregelung des Betriebs von privat genutzten Flugmodellen erweist sich bei näherem Hinsehen als Feigenblatt. „Es bestehen bereits ausreichende gesetzliche Vorschriften”, erklärt Hans Schwägerl, „man muss diese nur umsetzen und kontrollieren. All das, was jetzt in Rede steht, bringt keinen Sicherheitsgewinn. Aber es bedroht den Modellflug in seiner Existenz.”




„Licht am Ende des Tunnels”

Modellflieger begrüßen Kompromissbereitschaft von Verkehrsminister Dobrindt

Jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt. Im zähen Ringen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) und die Initiative Pro Modellflug (www.pro-modellflug.de) sehr klar verdeutlicht, was die geplante Einführung einer allgemeinen Flughöhenbegrenzung für Flugmodelle von 100 Metern in der Praxis bedeuten würde. Und man ist dabei durchaus auf offene Ohren gestoßen. Denn während das Ministerium lange Zeit allenfalls ausweichend auf konkrete Vorstöße reagierte, sind mittlerweile durchaus Kompromissbereitschaft und der konkrete Wunsch nach einer einvernehmlichen Lösung spürbar.

„Zu verfrühter Jubelstimmung besteht zwar kein Anlass”, dämpft DMFV-Präsident Hans Schwägerl möglicherweise aufkommende Euphorie schon im Keim. „Aber erstes Licht am Ende des Tunnels ist durchaus erkennbar.” Zurückzuführen ist dies vor allem auf die in der Sache zwar harte, inhaltlich aber stets seriöse Arbeit des DMFV und seiner vielen engagierten Mitglieder. Neben der eindeutigen Darlegung der Fakten und der unverhältnismäßigen Folgen einer allgemeinen Flughöhenbeschränkung auf 100 Meter für das Hobby von hunderttausenden Deutschen hat die Verhandlungsdelegation des DMFV gegenüber den Gesprächspartnern aus dem BMVI auch stets seine Bereitschaft signalisiert, eine Praxis-nähere Ausgestaltung der Luftverkehrsordnung und echte Zugewinne an Sicherheit mitzutragen. „Uns war es von Anfang an wichtig, hier konstruktiv mitzuarbeiten”, erklärt Hans Schwägerl. „Denn uns ist natürlich daran gelegen, dass die Sicherheit im Umgang mit Flugmodellen aller Art so hoch wie möglich ist.”

Auflockerung

Diese konstruktive Verhandlungsführung zeigte Wirkung. Das BMVI war zuletzt erstmals in für den Modellflug wesentlichen Punkten kompromissbereit und unterbreitete sogar einen ersten Vorschlag, der erkennbare Ansatzpunkte für eine Auflockerung der 100-Meter-Flugobergrenze aufwies. Da dieser Vorschlag in erheblichen Teilen den Modellflugsportlern nicht in ausreichendem Maße entgegen kam, wurde er nach fachlicher Bewertung vom DMFV allerdings als unzureichend abgelehnt. Die davon ausgehende Signalwirkung hat den Deutschen Modellflieger Verband jedoch in seiner inhaltlichen Haltung bestärkt und sorgt für Rückenwind in den noch anstehenden Gesprächen. „Damit aus dem schwachen Schimmer am Ende des Tunnels tatsächlich strahlender Sonnenschein wird, haben wir noch ein ganzes Stück Weg vor uns”, gibt Hans Schwägerl die Richtung vor. „Aber die letzten Tage haben mich in meiner Einschätzung bestärkt, dass wir zusammen mit dem BMVI eine Lösung finden können, die die Interessen von Politik und Modellflug miteinander in Einklang bringt.”




„Die Flugsicherung ist Player, nicht Kontrolleur“

Modellflieger irritiert über Pläne von DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle

Zivil genutzte „Drohnen” sind ein boomender Markt mit gigantischem Wachstumspotenzial. Auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) will sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden, wie Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle zuletzt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu verstehen gab. Mit seinen Ideen für eine mögliche Neuordnung des Luftraums und die damit verbundene besseren Auslastung der DFS-Belegschaft sorgte er am Wochenende für Irritation – nicht zuletzt unter den davon betroffenen Modellfliegern.

Tatsächlich klingt es wie ein Stück aus dem politischen Absurdistan, das Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung, gegenüber der FAZ skizzierte. Sein Unternehmen wolle eine Neuordnung des Luftraums erreichen, die unbemannte Luftfahrzeuge als einen wirtschaftlichen Faktor begreift, wird Scheurle zitiert. Nicht zuletzt, um künftig die rund 5.700 DFS-Mitarbeiter besser auslasten zu können. „Herr Scheurle möchte offenkundig aktive Wirtschaftspolitik betreiben, um sein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen”, analysiert Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV). „Das ist aber nicht seine Aufgabe. Die Deutsche Flugsicherung agiert in dieser Frage wie ein Player mit wirtschaftlichen Interessen. Und nicht wie ein Kontrolleur, der die Einhaltung der Regeln zum Wohle aller überwacht.”

Der Staat soll Marktlücke für die DFS schaffen

Vor dem Hintergrund vermeintlicher sicherheitspolitischer Notwendigkeiten arbeitet man im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) derzeit tatsächlich an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung, die eine Flughöhenbegrenzung für privat genutzte unbemannten Luftfahrtsystemen sowie einen sogenannten „Drohnenführerschein” für Hobby-Piloten umfassen könnte. Ganz im Sinne Scheurles, der in den nächsten zwei Jahren die Schulungsfähigkeit der DFS für Drohnen-Piloten aufbauen und so eine Marktlücke nutzen möchte, die durch die verbindliche Einführung eines Befähigungsnachweises („Drohnenführerschein”) entstehen würde. Vorab jedoch müsse der Gesetzgeber noch durch entsprechende Vorschriften für die diesbezügliche Geschäftsgrundlage sorgen. Eine bemerkenswerte Vision. Schließlich befindet sich die DFS zu 100 Prozent im Besitz des Bundes – und ist direkt dem für die geforderten Vorschriften zuständigen BMVI unterstellt.

Sowohl der DFS-Chef als auch das BMVI unter Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ignorieren dabei völlig, dass ein ausreichender Regelungsrahmen bereits seit Jahren existiert. „Wenn man die jüngsten Aussagen von Herrn Scheurle betrachtet, dann scheint es weniger um Sicherheit als um Profit zu gehen”, ärgert sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl. Denn neben den sogenannten „Drohnen” wäre auch der klassische Modellflug von entsprechenden neuen Vorschriften betroffen – und massiv in seiner Existenz bedroht.

Angesichts des selbst verordneten Kurses zur „Kosten- und Ergebnisentwicklung” sowie künftiger Belastungen aus der betrieblichen Altersvorsorge hatte die Deutsche Flugsicherung bereits im April per Pressemitteilung das Potenzial des dynamisch wachsenden Drohnemarkts als wichtige Zukunftschance betont. „Wir wehren uns dagegen, dass hier aus rein wirtschaftlichen Interessen hunderttausende Modellflieger in Deutschland in ihrer individuellen Freiheit eingeschränkt und womöglich zur Kasse gebeten werden sollen”, erklärt DMFV-Präsident Hans Schwägerl, dessen Verband mit der Initiative Pro Modellflug (www.pro-modellflug.de) die Protestbewegung gegen die Pläne des BMVI zur Novellierung der Luftverkehrsordnung anführt. „Sachfremde Erwägungen wie die Personalauslastung der Deutschen Flugsicherung oder die Zukunftssicherung eines bundeseigenen Betriebs dürfen nicht massiv das Privatleben unbescholtener Bürger beeinträchtigen sowie eine wichtige Innovations- und Nachwuchsquelle des Luftfahrtstandorts Deutschland beschädigen.”




„Angela Merkel setzt wichtige Prioritäten”

Modellflieger freuen sich über Wertschätzung für Luftfahrtstandort Deutschland

Der Modellflug in Deutschland steht vor einer ungewissen Zukunft. Denn im für den Luftraum zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden aktuell neue Bestimmungen vorbereitet, die schwerwiegende Folgen für den Betrieb von Flugmodellen hätten. Umso erfreuter ist man beim Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) daher über den heutigen Besuch der Bundeskanzlerin im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln. „Angela Merkel setzt wichtige Prioritäten”, so Verbandspräsident Hans Schwägerl.

Mit ihrem Besuch des Europäischen Astronautenzentrums der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Luft- und Raumfahrttechnik für die Hightech-Strategie der Bundesregierung unterstrichen. Sehr zur Freude des Deutschen Modellflieger Verbands, der sich dadurch in seiner intensiven Jugend- und Vereinsarbeit bestätigt sieht. „Der Modellflug ist eine wichtige Innovations- und Nachwuchsquelle für den Luftfahrtstandort Deutschland”, erklärt DMFV-Präsident Hans Schwägerl. „Daher werten wir den Besuch der Bundeskanzlerin in Köln auch als positives Signal für unsere intensiven Debatten mit dem Bundesverkehrsministerium, das derzeit erhebliche Einschnitte für den Modellflug in Deutschland plant.”

Unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit arbeitet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seit geraumer Zeit an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung, die ein prominentes Opfer hätte: den Modellflugsport. Doch die Szene wehrt sich. Landauf, landab engagieren sich Modellflieger in der vom Deutschen Modellflieger Verband initiierten Protest-Initiative „Pro Modellflug” (www.pro-modellflug.de). „Wir fordern Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf, sämtliche Pläne für eine Novellierung luftrechtlicher Bestimmungen oder entsprechende Gesetzesvorhaben zu stoppen, die den seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflug in Deutschland existenziell bedrohen”, erklärt DMFV-Präsident Schwägerl.

Der Modellflug hat in Deutschland eine lange Tradition. In Vereinen wird das Hobby generationsübergreifend gelebt. Kinder und Jugendliche lernen von erfahrenen Piloten den Umgang mit komplexer Technik, speziellen Werkstoffen sowie die Grundlagen der Aerodynamik. Viele heutige Verkehrspiloten, Luft- und Raumfahrtingenieure oder hoch spezialisierte Fluggerätemechaniker haben so in Kindertagen über den Modellflug ihre Leidenschaft für die Fliegerei entdeckt. „Wer den Luftfahrtstandort Deutschland stärken will, der darf den Modellflug und damit die Keimzelle vieler innovativer Technologien nicht gefährden”, bringt es Hans Schwägerl auf den Punkt.




„Das wirft natürlich Fragen auf”

DHL-Lieferdrohnen sorgen für Kopfschütteln in Modellflug-Szene

Die Logistik-Branche steht auf Drohnen. Spätestens seit Amazon & Co. entsprechende Ideen öffentlich machten, sind die kleinen Hightech-Fluggeräte – fachlich richtig: Multikopter – in aller Munde. Und während man im für den Luftraum zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) kein Problem mit autonom fliegenden „Lieferdrohnen“ zu haben scheint, droht dem Hobby-Modellflug durch eine Novellierung der Luftverkehrsordnung das Aus. Der offizielle Grund: Sicherheitsbedenken aufgrund einer wachsenden Zahl von Drohnen am Himmel.

Die Nachricht klingt zunächst einmal irgendwie immer noch nach Science Fiction. Kleine Lieferdrohnen bringen Pakete auf dem Luftweg von A nach B. Voll automatisiert, autonom fliegend und unabhängig von Feierabendverkehr oder Dauerbaustelle. Doch wie der Logistik-Riese DHL kürzlich bekannt gab, könnte das bald tatsächlich Wirklichkeit werden. Denn im oberbayerischen Reit im Winkl wurde erfolgreich der weltweit erste Betrieb von Transportdrohnen für den Endkundenzugang getestet. Was bei so manchem Bürger Sorge vor einer Zukunft mit massenhaft herumschwirrenden, scheinbar herrenlosen Flugmodellen über deutschen Dächern hervorrufen dürfte, sorgt bei aktiven Modellfliegern derzeit vor allem für eines: Kopfschütteln.

Zweierlei Maß?

Denn ausgerechnet während in Reit im Winkl Multikopter-Modelle im Lieferdienst getestet wurden, treibt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor dem Hintergrund vermeintlicher sicherheitspolitischer Notwendigkeiten eine Novellierung der Luftverkehrsordnung voran, wonach der Betrieb funkferngesteuerter Flugmodelle in Hobby und Freizeit massiv eingeschränkt werden würde. Mehr noch. Werden beispielswiese die Minister-Pläne einer allgemeinen Flughöhenbegrenzung von 100 Metern tatsächlich Realität, droht dem Hobby von hunderttausenden Deutschen das Aus. Doch wie passt das zusammen?

Gar nicht, meint Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV). „Der traditionelle Modellflug ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Gesellschaft, wird von verantwortungsbewussten Hobby-Piloten sicher und unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen betrieben. Es gibt daher keinen sachlich nachvollziehbaren Grund, hier Einschränkungen vorzunehmen”, wundert sich der Vorsitzende der mit mehr als 87.000 Mitgliedern größten Interessenvertretung ihrer Art in Europa. „Und wenn parallel zu den Plänen des Ministeriums zu lesen ist, dass autonom fliegende Multikopter tatsächlich in der Logistik-Branche eingesetzt werden könnten, dann wirft das natürlich Fragen auf.”




Wir sind viele

Bereits 60.000 Unterschriften gegen Dobrindt-Pläne gesammelt

Gemeinsam stark. Nach diesem Motto arbeitet die Initiative Pro Modellflug. Denn nur wenn alle Modellflieger, Vereine, Verbände und die Industrie ihre gemeinsamen Interessen geschlossen wahrnehmen, kann der Kampf gegen die Pläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zur Novellierung der Luftverkehrsordnung gelingen. Und die Geschlossenheit in der Szene wächst von Tag zu Tag. Mittlerweile haben bereits 60.000 Menschen die Online-Petition „Hände weg von meinem Hobby” auf www.pro-modellflug.de/petition unterzeichnet.

Und nicht nur Einzelpersonen, auch immer mehr Unternehmen schließen sich der Initiative Pro Modellflug an. Mehr als 120 Firmen und Institutionen sind offizielle Kampagnen-Unterstützer. Auf den großen Frühjahrsmessen und Flugtagen, aber auch in sozialen Netzwerken sowie Foren wird intensiv über die Dobrindt-Pläne und das, was man dagegen tun kann diskutiert. Kein Wunder, schließlich ist die im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) diskutierte Novellierung der Luftverkehrsordnung inklusive einer allgemeinen Flughöhenbegrenzung von 100 Metern eine existenzielle Bedrohung für das Hobby Modellflug, wie es seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betrieben wird.




DMFV-Präsident trifft Peter Altmaier

Intensiver Austausch über die Bedeutung des Modellflugs in Deutschland

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) plant eine Novellierung der Luftverkehrsordnung. Nach derzeitigem Stand droht so das Aus für den Modellflug und damit auch eine massive Einschränkung des Vereinswesens in Deutschland. Bei einem Treffen mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier machte Hans Schwägerl, Präsident des Deutsche Modellflieger Verbands (DMFV) deutlich, welche Folgen unverhältnismäßige Beschränkungen des Modellflugs für das Gemeinwesen und den Luftfahrtstandort Deutschland hätten.

Seit sich Alexander Dobrindt im November 2015 mit einem überraschenden Vorstoß zu Wort gemeldet und aufgrund der steigenden Verbreitung von ferngesteuerten Multikoptern („Drohnen”) neue Reglungen des Luftverkehrs angekündigt hatte, steht das Hobby von hunderttausenden Deutschen vor einem De-facto-Verbot. Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) arbeitet mit Nachdruck daran, den seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflugsport in Deutschland zu schützen. Unter anderem mit der Initiative Pro Modellflug und einer Online-Petition unter www.pro-modellflug.de/petition, die innerhalb kurzer Zeit fast 50.000 Mal unterzeichnet wurde.

Im Rahmen des politischen Engagements gegen die Pläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt traf sich DMFV-Präsident Hans Schwägerl nun mit Peter Altmaier (MdB), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts. In einem intensiven Gespräch erläuterten Hans Schwägerl, Verbandsgeschäftsführer Frank Weigand sowie Lothar Melchior, DMFV-Gebietsbeauftragter für das Saarland dem CDU-Politiker, welche Auswirkungen unter anderem die von dessen Kabinettskollegen Dobrindt geplante flächendeckende Flugobergrenze von 100 Meter für den Modellflugsport hätte.

Der DMFV machte deutlich, dass die Interessen der Modellflugsportler beachtet werden müssen. Die innovative Vorreiterrolle der Modellflugs für die bemannte Luftfahrt und der Status als Talentschmiede für qualifizierte Fachkräfte im technisch-, naturwissenschaftlichen Bereich waren nur einige Argumente, mit denen der DMFV Altmaier konfrontierte. Der Minister zeigte sich sehr aufgeschlossen und machte deutlich, dass er sich der herausgehobenen Stellung des Modellflugsports bewusst sei. Er bat den DMFV um weitere fachliche Unterstützung und versprach, sich zunächst mit den zuständigen Staatssekretären im Verkehrsministerium auszutauschen. Anschließend wolle er auch direkt auf den Bundesverkehrsminister zugehen.




London-Vorfall: Stellungnahme des DMFV

Modellflieger wehren sich gegen Generalverdacht

Nach der Kollision eines Airbus A320 von British Airways mit einem Gegenstand, nach Aussagen des Piloten mutmaßlich eine ferngesteuerte „Drohne”, erhält auch in Deutschland die Diskussion über neue Richtlinien für den Umgang mit Flugmodellen neue Nahrung. Bereits seit Monaten arbeitet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung. Einen Zugewinn an Sicherheit versprechen die Minister-Pläne bislang jedoch nicht. Aber sie würden das Aus für den Modellflug in Deutschland bedeuten.

„Wenn die Pläne von Minister Dobrindt umgesetzt werden, ist der in ganz Deutschland traditionell fest verankerte Modellflug in seiner Existenz bedroht”, erklärt Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV), mit mehr als 87.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung ihrer Art in Europa. „Dagegen wehren wir uns mit der Initiative Pro Modellflug, in der wir gemeinsam mit allen Modellsport-Freunden Schaden von unserem Hobby abwenden wollen.“

Ereignisse wie das über London sind natürlich auch für den DMFV völlig inakzeptabel. Wer leichtfertig mit dem Leben von Menschen spielt und eine Katastrophe billigend in Kauf nimmt, der handelt illegal und verantwortungslos. Vorfälle wie diese müssen aufgeklärt und nach der geltenden, eindeutigen Gesetzeslage geahndet werden. Allerdings dürfen diese Einzelfälle nicht als Begründung dafür dienen, den in Deutschland seit Jahrzehnten verantwortungsbewusst und sicher betriebenen Modellflug zu kriminalisieren und hunderttausende Hobby-Piloten unter Generalverdacht zu stellen.

Nachdem sich Alexander Dobrindt bereits im November 2015 mit einem überraschenden Vorstoß zu Wort gemeldet und aufgrund der steigenden Verbreitung von ferngesteuerten Multikoptern („Drohnen”) neue Reglungen angekündigt hatte, werden im zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Pläne für eine Novellierung der Luftverkehrsordnung diskutiert. Dabei besteht bereits jetzt ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den Einsatz von „Drohnen” ausreichend reglementiert. Die Persönlichkeitsrechte sind durch gesetzliche Bestimmungen ebenfalls geschützt. Neue Bestimmungen, wie beispielsweise die diskutierte generelle Flughöhenbegrenzung von 100 Metern für alle Flugmodelle, würden Gesetzesverstöße wie den in London nicht verhindern. „Neue Vorschriften führen nicht zu mehr Sicherheit“, so Hans Schwägerl. „Aber sie gefährden den Modellflug. Diesen in der Sache nicht zielführenden und praxisfremden Eingriff in die private Lebensgestaltung mündiger Bürger lehnen wir daher ab.“ Vielmehr gilt es dafür zu Sorge tragen, dass die bestehende Rechtslage durchgesetzt wird und im Schulterschluss von Behörden, Anbietern und Verbänden an Möglichkeiten zur optimierten Aufklärung von Hobby- und Freizeit-Piloten gearbeitet wird.


Ein Hobby vor dem Aus

Initiative Pro Modellflug kämpft gegen unverhältnismäßige Reglementierung

Der Modellflug in Deutschland steht vor dem Aus. Und damit das Hobby von hunderttausenden Deutschen. Denn während diese ihrer Leidenschaft bislang verantwortungsbewusst und sicher nachgehen konnten, droht nun Ungemach aus Berlin. Das mediale Trendthema ferngesteuerte „Drohnen” hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf den Plan gerufen. Unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit arbeitet er an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung. Mögliches Opfer: der Modellflug. Doch es gibt Protest. Das Motto: Hände weg von meinem Hobby!

„Wenn die Pläne von Minister Dobrindt umgesetzt werden, ist der in ganz Deutschland traditionell fest verankerte Modellflug in seiner Existenz bedroht”, erklärt Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV), mit mehr als 87.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung ihrer Art in Europa. „Dagegen wehren wir uns mit der Initiative Pro Modellflug, in der wir gemeinsam mit allen Modellsport-Freunden Schaden von unserem Hobby abwenden wollen.“ Mit der Initiative hat jedermann die Möglichkeit, sich selbst aktiv an der Rettung seines Hobbys zu beteiligen. Beispielsweise wurde unter www.pro-modellflug.de eine Online-Petition gestartet, die bereits mehr als 45.000 Mal unterzeichnet wurde und sich direkt an den zuständigen Minister Dobrindt wendet.

Denn im von Dobrindt geführten Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden derzeit Pläne für eine Neuregelung des Luftverkehrs in Deutschland diskutiert, um vermeintlichen sicherheitspolitischen Notwendigkeiten Rechnung zu tragen. Vor allem die immer beliebter werdenden ferngesteuerten Multikopter, im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als „Drohnen” bezeichnet, sind in den Blick des Verkehrsministers geraten. Bereits Ende 2015 meldete sich der CSU-Politiker mit einem überraschenden Vorstoß zu Wort, nachdem die steigende Verbreitung von ferngesteuerten Multikoptern neue Bestimmungen erforderlich mache.

Dabei besteht bereits jetzt ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den Einsatz von „Drohnen” ausreichend reglementiert. Die Persönlichkeitsrechte sind durch gesetzliche Bestimmungen ebenfalls geschützt. Und auch eine steigende Gefährdung des manntragenden Luftverkehrs lässt sich nicht durch Fakten belegen. Zwischen Januar 2015 und Februar 2016 wurden der deutschen Flugsicherung zwölf Zwischenfälle mit so genannten „Drohnen” gemeldet. Diese stellten durchweg eindeutige Gesetzesverletzungen nach bereits gültigem Recht dar. Neue Bestimmungen, wie beispielsweise die diskutierte generelle Flughöhenbegrenzung von 100 Metern für alle Flugmodelle, hätten diese Zwischenfälle nicht verhindert – und würden dies auch in Zukunft nicht tun. „Neue Vorschriften führen nicht zu mehr Sicherheit“, so Hans Schwägerl. „Aber sie gefährden den Modellflug. Diesen in der Sache nicht zielführenden und praxisfremden Eingriff in die private Lebensgestaltung mündiger Bürger lehnen wir daher ab.“




Hände weg von meinem Hobby!

Modellflug-Szene wehrt sich gegen Minister-Pläne

Am Himmel über Deutschland steht eine Revolution bevor. Unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit arbeitet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt seit geraumer Zeit an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung, die ein prominentes Opfer hätte: den Modellflugsport. Doch die Szene wehrt sich. Unter Federführung des Deutschen Modellflieger Verbands wurde am Wochenende die Protest-Initiative Pro Modellflug (www.pro-modellflug.de) gestartet. Die dazugehörige Online-Petition wurde in kürzester Zeit bereits mehr als 14.000 mal unterzeichnet. Tendenz weiter stark steigend.

Im zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden aktuell neue Bestimmungen vorbereitet, die weitreichende Folgen für das Hobby von hunderttausenden Menschen hätten. Beispielsweise stellt die in Rede stehende generelle Flughöhenbegrenzung von 100 Metern eine existenzielle Bedrohung für den Modellflug dar. Dabei besteht bereits jetzt ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den Einsatz von ferngesteuerten Multikoptern ausreichend reglementiert. Die Persönlichkeitsrechte, in Verbindung mit diesen modernen „Drohnen” häufig als gefährdet angesehen, sind in der Realität ebenfalls bereits umfassend durch gesetzliche Regelungen geschützt. „Neue Vorschriften führen nicht zu mehr Sicherheit“, so
Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands, mit mehr als 87.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung ihrer Art in Europa. „Aber sie gefährden den Modellflug. Diesen in der Sache nicht zielführenden und praxisfremden Eingriff in die private Lebensgestaltung mündiger Bürger lehnen wir daher ab.“




Modellflug – Wissenschaft, Sport und Hobby zugleich

Lange bevor es manntragende Flugzeuge gab, wurden bereits Flugmodelle von begeisterten Menschen gebaut. Treibende Kraft war zumeist der Traum, sich als Mensch vogelgleich in die Lüfte erheben zu wollen. Wenig bekannt ist, dass in der Tat der Modellflug so wegbereitend war für die ersten erfolgreichen Flüge der Menschen. Orville und Wilbur Wright, denen 1903 die ersten Motorflüge gelangen, haben viele ihrer Entwürfe zuvor mit flugfähigen Modellen ausgetestet.

Bis heute hat der Modellflug diese Vorreiterfunktion beibehalten. Die revolutionären Entwürfe von Burt Rutan aus den USA basieren alle auf dessen Kenntnissen und Fähigkeiten im Modellbau. Seinem Bruder Dick Rutan gelang 1986 mit einer dieser Konstruktionen, der “Voyager”, der erste Flug um den Erdball ohne Zwischenlandung. Mittlerweile sind die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass der Einstieg in diesen Sport auch für den Normalverdiener in jeder Hinsicht möglich ist. So wird über eine Freizeitbeschäftigung technisches Interesse geweckt, das in vielerlei Hinsicht den Grundstein für eine weitergehende sportliche oder wissenschaftliche Tätigkeit legt. Ungezählt sind die Flugzeugbauingenieure und Berufspiloten, deren erster Kontakt mit Flugzeugen über den Modellflug erfolgte.

Technische Meisterleistungen im Großflugzeugbau – zum Beispiel bei der Entwicklung von modernen Nurflügel-Flugzeugen oder der Nutzung der Solar- und Elektroenergie – haben ihren Ursprung eindeutig im Modellflug, bei dem unter anderem diese Techniken bereits seit Jahrzehnten genutzt und vorangetrieben werden. Manntragende Experimentalflugzeuge existierten als flugfähiges Modell oft viele Jahre vor der „Original”-Version, wobei eigentlich das Modell das Original war. Selbstverständlich werden auch in der Gegenwart viele Entwicklungen der Flugzeugbauindustrie von intensiven Modellstudien und -versuchen begleitet. Nur am Rande sei erwähnt, dass es sich bei militärisch genutzten so genannten Drohnen für Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben im Prinzip um hoch entwickelte Modellflugzeuge handelt, die mit den gleichen Antriebs- und Steuerungskomponenten ausgerüstet sind, die man als aufmerksamer Beobachter auch am Wochenende auf jedem Modellflugplatz im Einsatz beobachten kann. Die im Großflugzeugbau als technische Revolution gefeierten faserverstärkten Kunststoffe für tragende Konstruktionselemente (zum Beispiel Airbus-Leitwerke) werden im Modell- und manntragenden Segelflugbereich bereits seit Jahrzehnten eingesetzt.

Im Gegensatz zu den Anfängen der Fliegerei hat der Modellflug heute aber auch eine sportliche – und somit auch eine gesellschaftliche – Bedeutung. Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) und dessen internationale Partner richten jährlich Veranstaltungen und Wettbewerbe in den verschiedensten Sparten aus. Technisches Know-how, konstruktives und fliegerisches Können sind entscheidend für den Erfolg. Bildung, Disziplin, Teamwork und Durchsetzungs-vermögen sind die Voraussetzungen. Eigenschaften, die gerade in der Jugend- und Vereinsarbeit des DMFV ihren Niederschlag finden.




Warum Modellbau?

Beim Hobby Modellbau scheiden sich die Geister. Es gibt Zeitgenossen – überwiegend männlichen Geschlechts – die davon so fasziniert sind, dass sie ein Leben lang nicht mehr davon loskommen. Andere hingegen wollen nicht verstehen, was erwachsene Menschen dazu bringt, sich in Dachkammern oder Kellerverliese zu verkriechen, um dort das richtige Leben im Modellmaßstab nachzubilden, also formvollendet maßstabsgetreue Flugzeugmodelle zu bauen, die am Ende ihrer Karriere abstürzen.

Echte Modellbauer lassen sich ihre Freizeitbeschäftigung mitunter auch einiges kosten, investieren große Mengen freier Zeit, Was aber treibt einen Modellbauer an ? Ganz offensichtlich ist die individuelle Bedürfnispyramide bei solchen Menschen etwas anders geschichtet, als der Zeitgeist es zu diktieren scheint. Beflügelt von dem Wunsch, sich ein Stück (heiler) Welt nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, verfügt der Modellbauer über ein unerschöpfliches Maß an Motivation. Und da er die Wirklichkeit zumeist in verkleinertem Maßstab abbildet, scheint zumindest ein Teil der damit verbundenen Sachzwänge gleichermaßen zu schrumpfen. Wichtiger noch, der Modellbauer ist sein eigener Chef mit allumfassender Kompetenz: Projektleiter, Konstrukteur, Einkäufer, ausführender Handwerker, Güteprüfer …, und daher mit einem phänomenalem Wirkungsgrad ausgestattet. Befreit von all den unnützen Reibungsverlusten, die auf menschliches Kompetenzgerangel zurückzuführen sind.

Angetrieben von zutiefst menschlichem Forscherdrang, der oftmals von ausgeprägter Detailverliebtheit und ursprünglicher Technikbegeisterung begleitet ist, wird er zum Breitbandkünstler, der sich etwa beim Bau eines Flugzeugmodells nicht nur für die Gesetze der Aerodynamik interessiert, sondern auch Werkstoffkunde betreibt und seine Fähigkeiten für Oberflächengestaltung weiter entwickelt, sich mit Motoren- und Antriebstechnik befasst, in die Geheimnisse der Fernsteuerelektronik eindringt und seine Pilotenkunst zuvor auf einem PC-Simulator perfektioniert.

Nicht zuletzt (er)schafft der Modellbauer Dinge, die nahezu ausschließlich eigenen Vorstellungen entsprechen und die für Geld nicht gekauft werden können. Da er selbst es ist, der dafür die Bewertungsmaßstäbe festlegt, gewinnt er damit ein hohes Maß an innerer Souveränität und Zufriedenheit und – im Schillerschen Sinne – auch ein kleines Stück der Freiheit „… sich selbst zu leben nach eigenem Gesetz“!